Üben in den Ferien
Realistische Lernziele setzen
Oftmals sind die Ziele der Lernenden viel zu umfangreich. Vorab darüber zu sprechen, was ein gutes und realistisches Ziel ist, und dieses bewusst einzuschränken, ist sehr hilfreich. Das Gefühl, dass ein Ziel erreichbar ist, nimmt den Druck aus dem Lernen und steigert die Motivation.
Routinen schaffen
Wir kennen ihn alle, den berühmten Freizeitstress. Den Lernenden geht es hier nicht anders. Daher soll auch über den Zeitplan gesprochen werden. Es hilft, konkrete, kurze Einheiten festzulegen und im besten Fall vielleicht sogar mit Lernpartner und Lernpartnerinnen. Geteiltes „Leid“ ist ja bekanntlich halbes „Leid“.
Tipp: Das Handy ist eine große Ablenkung, und „einfach weglegen“ klappt oft gar nicht mehr. Es gibt tolle Apps wie „Focus friend“, welche das Handy auf motivierende Art und Weise für die gewünschte Zeit blockieren. Bei dieser App strickt zum Beispiel eine Bohne in der vorab angegebenen Zeit fleißig vor sich hin. Schafft man es nicht und nützt das Handy vor dem Ablaufen der vereinbarten Zeit, geht der Fortschritt der Bohne auch verloren und es gibt kein Erfolgserlebnis.
Wiederholen statt neu Lernen
Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Es soll wiederholt und geübt werden, das heißt, die Lernenden sollen bereits vorhandenes Übungsmaterial wiederverwenden, oder zum Beispiel Texte überarbeiten.
Tipp: Eine Methode, die mit vielen meiner Lernenden oft sehr gut klappt, ist es, Texte nur mit Markierungen zu korrigieren, also ohne fertige Korrekturvorschläge. Die Lernenden überarbeiten dann den Text selbst, suchen neue alternative Lösungen und erklären in Extra-Kommentaren, warum sie glauben, dass diese Variante jetzt passend ist.
Fortschritt sichtbar machen
Ich finde es toll, die Lernenden dazu zu motivieren, sich am Ende jeder kurzen Lerneinheit drei Dinge zu notieren, die sie sich merken möchten und von dem jeweiligen Tag „mitnehmen“ wollen. Die nächste Einheit beginnt dann mit einer kurzen Reflexion. Was wollte ich mir merken? Das macht den Fortschritt greifbarer und sorgt für kleine Lernerfolge, wenn noch alles „im Kopf“ ist.
Feedback und Korrekturmöglichkeiten finden
Beim selbstständigen Lernen fehlt den Lernenden oft ein direktes Feedback oder eine Möglichkeit zur Korrektur. Hier kann KI mittlerweile einen echten Bonus bieten. Sie hilft, Rückmeldungen zu erhalten, den Wortschatz zu erweitern oder Erklärungen zu Grammatik und Strukturen zu bekommen. Wichtig ist dabei, das Ganze vorher mit den Lernenden zu üben. Wie formuliere ich meine Prompts, um eine passende Antwort zu bekommen?
Hier ein paar konkrete Ideen:
Wortschatz:
Kannst du mir 10 wichtige Begriffe zum Thema: „La mode“ geben (Niveau A2)? Kannst du mir auch ein passendes Beispiel nennen, wie ich diesen Begriff verwenden kann?
Kannst du diesen Text lesen und mir fünf Schlüsselwörter und ihre Bedeutung auflisten?
Grammatik:
Kannst du diese Sätze korrigieren und mir in einfachen Sätzen meine Fehler erklären? Ich lerne seit 2 Jahren Französisch.
Kannst du mir sagen, ob ich hier „ce“ oder „cet“ verwenden muss? Erkläre mir bitte in einer kurzen Erklärung, warum.
Leseverständnis:
Kannst du mir bitte 5 Fragen zum Text stellen, die ich im Präsens beantworten kann?
Schreiben:
Kannst du mir Ideen geben, wie ich diesen Text verbessern kann? (z.B. Konnektoren)
Ist mein Abschlusssatz passend für einen Blogbeitrag? Soll ich etwas ändern?
Jetzt steht den nächsten Übungseinheiten nichts mehr im Weg. Zudem gibt es für die Lernenden in der Kopiervorlage noch eine Lern-Checkliste! In diesem Sinne wünschen wir euch schöne freie Tage.
Bei Rückfragen oder weiteren Ideen freuen wir uns über Kommentare!








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