Tous ensemble-Blog
Französisch unterrichten mit Tous ensemble

Welche didaktischen Funktionen haben animierte Fotoromane? (Teil 2)

Bienvenue au cinéma Tous ensemble

Filme im Unterricht zu schauen, steht bei den meisten Schüler*innen ganz oben auf der Wunschliste. In der Lehrwerksreihe Tous ensemble befinden sich einige Fotoromane, die die Schüler:innen anschauen können. Doch welche didaktischen Funktionen stecken hinter diesen Fotoromanen?

🕵️‍♀️Das Medium steigert die Motivation und Neugierde🕵️

Zunächst einmal bedeutet der Einsatz von Fotoromanen im Unterricht, dass die Schüler:innen mit einem motivierenden Medium, welches großen Anklang in den Schulklassen findet, lernen. Animierte Fotoromane sind im Verlauf des Buches meistens vor dem Lesetext positioniert, sodass die Lernenden die erste Annäherung zur Geschichte durch das Video erhalten. Dabei soll Neugierde auf den Lesetext erzeugt werden und eine positive, spannende und authentische Bildaussage ausgestrahlt werden. Der Einsatz von Fotoromanen führt häufig zu einer gesteigerten Lernleistung.

👀Die Visualisierung des Inhalts👀

Fotoromane sind stark didaktisiert, um den Sinnzusammenhang und den Kontext der Geschichten auf audiovisuelle Weise zu verdeutlichen. Somit erfolgt der Zugang zur Geschichte zunächst über rezeptive Sinne. Sowohl durch die gesprochene Sprache, wodurch das Hörverstehen geschult wird, als auch über das Bild, wodurch das Sehverstehen trainiert wird. Diese Kompetenzfolge erzeugt ein einfaches und anschauliches Verständnis und die Lernenden trainieren gleichzeitig ihr Hörsehverstehen.

Durch die Verbildlichung und Vertonung wird ein erster Eindruck des Schauplatzes, der Figurenzusammensetzung, des Themas und der Ereignisse der Geschichte vermittelt. Auch animierte Zusätze wie z. B. Fragezeichen oder Emojis dienen als didaktische Hilfe, um Gemütszustände oder Meinungen zu unterstreichen. Zum Beispiel wird im Fotoroman „Au skatepark“ aus dem Schulbuch Tous ensemble Band 1, Lektion 3 der Kontext auf auditive Weise durch Geräusche eines Skateboards und auf visuelle Weise durch den Schauplatz Skaterpark deutlich.

Meine Aufgabe als Videoeditorin besteht darin, die passenden Fotos aus dem Fotoshooting auszuwählen und zu einer lebendigen Geschichte zusammenzusetzen. Bei der Auswahl der Bilder spielt sowohl die Mimik als auch die Gestik der Fotomodelle eine ausschlaggebende Rolle, denn diese müssen die Gefühle der Figuren auf authentische Weise wiedergeben. Auch sollte der Ausdruck der Charaktere mit dem Tonfall des Audios korrelieren, sodass ein kohärentes Video entsteht.

Ist das Storyboard von der Redaktion abgenommen, erstelle ich den Film so, dass die Thematik der Geschichte sofort klar wird. Eine Technik, die ich dabei oft anwende, besteht darin, dass ich die sprechende oder handelnde Person ins Zentrum des Bildausschnittes setze, über eine Zoom- oder Schwenkbewegung den Fokus verstärke oder bei Dialogen diesen auf eine andere Person verlagere. Das Bild folgt immer streng dem Text, sodass keine Abstraktion entsteht. Die Animation wird lediglich als Mittel zur Schärfung des Blickes genutzt.

🗃️Eine Vorentlastung der Inhalte und des Vokabulars🗃️

Die visuellen Details und die Aufmachung in den Fotoromanen dienen der Vorentlastung. Gerade weil die Schüler:innen manche Vokabeln noch nicht kennen, bieten die Videos eine gute Herangehensweise, um den Inhalt der Geschichte verständlich zu machen. Auch achte ich während dem Erstellen des Storyboards darauf, dass die Lösungen zu begleitenden Übungen gut nachvollziehbar werden. So können die Schüler:innen den Lesetext im Anschluss besser verstehen, erstes unbekanntes Vokabular klären und das anschließende Detailverstehen besser bearbeiten. Beispielsweise fällt Alice beim Basketballspielen in Band 1, Lektion 3 hin und ihr T-Shirt reist. Die neue Vokabel „un trou dans le pull“ stelle ich durch eine Detailaufnahme des Lochs im Pullover in den Mittelpunkt, sodass durch die Zoombewegungen die neue Vokabel sichtbar gemacht wird.

⚙️Komplexe Inhalte werden vereinfacht⚙️

Des Weiteren dienen größere Animationen dazu, komplexere Sinnzusammenhänge anschaulich zu illustrieren, wie in dem Beispiel von Band 1, Lektion 5D „Les mystères de Paris“. In diesem Fotoroman unternehmen die Jugendlichen eine Rundfahrt auf einem Schiff durch Paris. Hier habe ich die Route des Schiffs auf einer Karte animiert, sodass die Orte in ein übersichtliches Verhältnis zur Geschichte gesetzt werden.

Lässt sich die Handlung der Geschichte nicht deutlich über die Bilder aus dem Fotoshooting erzählen, können Aminationen Abhilfe leisten. Im Beispiel „C’est le stress pour Alice“ aus Band 1, Lektion 4D gibt es eine Einleitung, die über das bevorstehende Ereignis des Tages aufklärt: Es ist der 22. Mai, der Geburtstag von Rayan und um 13:00 Uhr ist ein Picknick für ihn geplant. Alice ist im Vorbereitungsstress. Synchron zum Audiotext ploppen die Illustrationen auf und etablieren die Situation. Wie dies aussieht, siehst du im Bild zu diesem Blogpost.

📈Eine natürliche Binnendifferenzierung📉

Die Visualisierung und der Vertonung der Inhalte stellt zudem eine Binnendifferenzierung dar, denn zwei Lerntypen werden bedient und jede/jeder Lernende entnimmt dem Video die Informationen, die seinem/ihrem sprachlichen Können entsprechen. Besonders schwächere Schüler profitieren vom Einsatz dieser Fotoromane, da sie sich komplexe Inhalte visualisiert aneignen können und die Videos beliebig oft und im eigenen Lerntempo anschauen können.

Lässt sich die Handlung der Geschichte nicht deutlich über die Bilder aus dem Fotoshooting erzählen, können Aminationen Abhilfe leisten. Im Beispiel „C’est le stress pour Alice“ aus Band 1, Lektion 4D gibt es eine Einleitung, die über das bevorstehende Ereignis des Tages aufklärt: Es ist der 22. Mai, der Geburtstag von Rayan und um 13:00 Uhr ist ein Picknick für ihn geplant. Alice ist im Vorbereitungsstress. Synchron zum Audiotext ploppen die Illustrationen auf und etablieren die Situation. Wie dies aussieht, siehst du im Bild zu diesem Blogpost.

Wie und wann arbeitest du mit den Fotoromanen von Tous ensemble? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

Fanny Berold studiert Musikforschung und Medienpraxis an der Musikhochschule Mannheim und erstellt für den Ernst Klett Verlag neben Videos und animierten Fotoromanen auch Kopiervorlagen.

Wie entstehen animierte Fotoromane und Videos? (Teil 1)

3 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.
Danke!

Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden.

Nach oben