Start der Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit mit Klett begann vor über zehn Jahren, als ich für eine neue Tous ensemble Reihe engagiert wurde. Zu Beginn haben wir in Paris ein großes Kindercasting der Hauptpersonen organisiert, wofür wir mit einer Theaterschule zusammengearbeitet haben. Obwohl es um Fotos und nicht um Filmaufnahmen geht, sind schauspielerische Fähigkeiten wichtig, weil die einzelnen Szenen der Fotoromane durchgespielt werden, die Kinder die Texte sprechen und emotionale Ausdrücke darstellen. Ausserdem werden mit den gleichen Akteuren auch die filmischen Szenen gedreht, wie es der Filmemacher Willy Rollé in seinem Blogbeitrag beschreibt: Film – Innovation und Inspiration.
Voraussetzungen
Sehr wichtig sind auch die Persönlichkeit und die sozialen Kompetenzen der Kinder. Die Entstehung einer Buchreihe zieht sich über 5 Jahre, in denen sich die Kinder zu Jugendlichen entwickeln und große persönliche Entwicklungen durchleben. In dieser Zeitspanne werden wir immer wieder mit ihnen zusammanarbeiten, da ist es sehr wichtig, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen stimmen und die Jugendlichen sich untereinander gut verstehen. Damit die Kinder wegen der Fotoshootings nicht die Schule verpassen, wird in den Ferien und an den Wochenenden fotografiert, und schon einige Monate vorher die Termine festgelegt.
Vorbereitung des Shootings
Zu den weiteren Vorbereitungen, die von mir oder dem Klettmitarbeiter ausgeführt werden, gehören auch die Auswahl der Location, die Besorgung der Requisiten, und ein Briefing der Kinder bezüglich der Kleidung, Accessoires und der Anreise.
Das Wetter beim Shooting
An den eigentlichen Fototagen muss dann alles perfekt klappen, und wenn mal das Wetter nicht mitspielt, ist dies für den Fotografen eine Herausforderung, weil natürlich bei Sonne alles schöner, heller, freundlicher wirkt, und die Bilder leichter zu realisieren sind. So saßen zum Beispiel bei einer Picknickszene in Südfrankreich am Pont du Gard die Kinder unter einem Bogen des römischen Aquedukt und ich fotografierte im Regen, wobei der Klettmitarbeiter meine Kamera mit einem Regenschirm schützte.
Die Stimmung beim Shooting
Die einzelnen Szenen werden immer mehrmals durchgespielt, weil bei einer Gruppe alle Personen überzeugen sollten, die Kinder sich oft erstmals in eine Szene einfinden müssen, und auch bisweilen jemand gerade die Augen schließt oder der Mund beim Sprechen komisch aussieht. Der Klettmitarbeiter ist immer beim Shooting dabei, kennt die Szenen am besten und kann die Kinder toll animieren, sodass es oft sehr lustig und entspannt zugeht beim Fotografieren .
Arbeit und Privates
Für die verschiedenen Szenen werden auch öfters Nebenakteure gebraucht, die für ein einmaliges Shooting engagiert werden, zum Beispiel als Koch, Verkäufer oder Grosseltern. Für diese Rollen arbeiten wir öfter mit Personen aus meinem Bekanntenkreis zusammen. Mir macht dies immer sehr viel Spaß, da die Grenzen zwischen Arbeit und privatem Leben ein wenig aufgelöst werden. Ich habe selbst drei Kinder und meine große Tochter war zehn Jahre alt als ich für Klett zu arbeiten begann, das gleiche Alter der Kinder, die als Hauptcharaktere ausgewählt wurden. Sie spielte in einer Nebenrolle einmal eine Gastschülerin aus Deutschland, die zu Besuch nach Paris kommt. Bei uns zu Hause wird Französisch und Deutsch gesprochen und wir erleben immer wieder, dass dies ein Reichtum ist. Es ist befriedigend für mich durch meine Fotos einen Beitrag für Fremdsprachenschulbücher zu leisten. Eine Fremdsprache in der Schule zu erlernen ist der erste Schritt zu Verständigung, Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Ländern.
Über mich:
Ich arbeite als freiberufliche Fotografin. Ursprünglich aus Köln, habe ich in Dortmund Fotografie studiert, und während dieser Zeit verbrachte ich dank des Erasmusstudiums ein Jahr an einer Kunstschule in Paris. Die Liebe lies mich dann später definitiv in Frankreich sesshaft werden, zuerst in Paris und dann in Avignon. Während meines Studiums und danach arbeitete ich zehn Jahre lang als Modefotografien für Kataloge und Zeitschriften. In Avignon habe ich dann viel für Weingüter, Architekten, und als Peoplefotografin in der Werbung gearbeitet. Mittlerweile realisiere ich immer mehr eigene Fotoprojekte, die regelmässig in Austellungen präsentiert werden. In diesen Arbeiten beschäftige ich mich vor allem mit Raumerfahrung, und wie man einen dreidimensionalen Raum in ein zweidimensionales Bild umsetzen kann. Auch finde ich es sehr spannend, einen vorgegebenen Bildrahmen zu haben, der einen Raum limitiert. Die Architektur ist neben der Fotografie meine grosse Leidenschaft.

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