
Ich arbeite als Autor, Regisseur und Produzent. Als kreativer Entrepreneur leite ich TAVMA. TAVMA ist eine innovative Filmproduktions- und Distributionsfirma. Wir glauben, dass herausfordernde Erzählungen und neuartiges Storytelling unsere Perspektive auf die Welt, in der wir leben, verändern und uns nachhaltig inspirieren können.
Als studentische Aushilfe habe ich bei Klett angefangen. Damals habe ich französische Texte Korrektur gelesen und Feedback zur Usability digitaler Tools gegeben. Im Laufe der Jahre habe ich immer mehr Mitarbeiter im Verlag kennengelernt. Sie kamen dann irgendwann auch mich zu, als sie erfahren hatten, dass ich Filmemacher bin. Ich war zunächst als Berater tätig. Sehr schnell habe ich aber mehrere Generationen von Videobeiträgen für Tous Ensemble gedreht. Am Anfang, in Absprache mit den Redakteuren, ging es darum, die kleinen Geschichten in bewegte Bilder zu übersetzen. Dabei war nicht nur Kameraarbeit an schönen Locations wie Paris oder Avignon, in Südfrankreich, notwendig, sondern dann auch Schnittarbeit und Postproduktion in Bild und Ton.
Mittlerweile bekomme ich von Klett größere Aufträge und arbeite in Teams. Ich bin sowohl für die Produktion, als auch für die Regiearbeit zuständig. Als Produzent organisiere ich Teile der Dreharbeiten, d.h. ich suche zum Beispiel die Techniker aus (Kameramann, Tonmensch, Produktionsassistenz usw.). Dabei bekomme ich auch Unterstützung einer Executive Producerin, die vor allem beim Casting der Darsteller:innen und bei der Organsation vor Ort, etwa in Paris, (Locationsuche, Drehplanung, etc.) mitwirkt. Als Regisseur bin ich für die Umsetzung der Drehbücher in Bild und Ton zuständig. Ich bespreche mit den zuständigen Redakteur:innen, was kreativ, technisch, künstlerisch, finanziell möglich oder nicht möglich ist, probe mit den Schauspieler:innen, drehe die Filme mit dem Team und bin für den Schnitt und die Postproduktion zuständig. Diese Orchestrierungsarbeit ist sehr spannend und macht viel Spaß, weil man sowohl am Schreibtisch als auch praktisch mit anderen Menschen zusammenarbeitet.
Enstehung eines Films
Wir starten den Drehtag gegen 8 Uhr. Das Team um Kamera, Tontechnik und Produktion baut das Set auf. Die Schauspieler:Innen kommen eine bis zwei Stunden später. Nach einem kurzen Warm-up, bei dem der Tagesablauf erklärt wird, wird die erste Szene gedreht. Die Szenen werden nicht unbedingt chronologisch nach dem Drehbuch gedreht, sondern nach einem Drehplan. Dieser Drehplan wird von der Producerin erstellt. Dabei werden Location, Lichtverhältnisse, praktische Elemente (wie z.B. Umzugswege von einem Drehort zu einem anderem Drehort) berücksichtigt. Es wird am Set technisch (mit der Kamera und mit der Tontechnik) und künstlerisch (mit den Schauspieler:innen) geprobt. Anschließend drehen wir. Es muss alles sehr schnell gehen, weil die Jugendlichen nur ein paar Stunden pro Tag drehen dürfen, die gesetzlichen Vorschriften sind sehr streng. Wir machen meistens etwa eine Stunde Mittagspause. Nach vier bzw. sechs Stunden Arbeit mit den Jugendlichen muss alles abgedreht sein. Dann wird das Equipment abgebaut.
Danach kümmere ich mich, zurück in Deutschland, um die Postproduktion und den Schnitt. Es ist noch ein langer Weg, bis der Film fertig ist.
Wie kam ich dazu?
Ich bin in Paris geboren und aufgewachsen. Seit über 20 Jahren lebe ich aber in Deutschland.
Paris ist eine großartige Stadt, um Filme aus aller Welt zu schauen und somit verschiedene Weltanschauungen kennenzulernen. Als Student an der Sorbonne ging ich regelmäßig in die Kinos im Quartier Latin – manchmal mehrmals pro Tag, um mich von Filmreihen des Briten Alfred Hitchcock, des Franzosen Francois Truffaut, des Deutschen Wim Wenders, des Spaniers Pedro Alomodovar oder des Inders Satyajit Ray beeindrucken und berieseln zu lassen. Damals gab es kein Internet mit hoher Datenübertragungsgeschwindigkeit, geschweige denn Streamingdienste. In dieser Zeit habe ich im gemütlichen Sessel gelernt, das Kino zu lieben.
Nach dem Studium musste ich meine Coopération absolvieren, eine Art Zivildienst im Ausland. Ich hatte das große Glück am Institut Francais in Tübingen mitzuarbeiten. Mein damaliger Chef war auch ein Filmliebhaber. Er organisierte Filmreihen zu französischen Filmen und unterstütze die Entstehung der französischen Filmtage in Tübingen. In diesen Zeiten voll von Romantik spielte ich zum ersten Mal mit dem Gedanken, selbst Filme zu machen. Obwohl ich schon ein Studium in Philosophie absolviert hatte, entschied ich mich für ein Zweitstudium an der Hochschule der Medien, um meine technischen und gestalterischen Fachkenntnisse zu verbessern. Danach ging’s los. Nach weiteren Stationen als Videojournalist bei TRACE.TV sowie als Autor, Regisseur und Produzent realisierte ich Kurzfilme und Auftragsfilme für unterschiedliche Akteure der Industrie. Da entstand auch die Idee von Cinemalingua – ein medienpädagogisches Konzept. Dabei lernen Menschen eine Fremdsprache, indem sie selbst einen Film in dieser Zielsprache machen.
Mittlerweile arbeite ich als kreativer Unternehmer und leite das Start-Up TAVMA. Wir produzieren vor allem Filme mit Talenten aus dem sogenannten globalen Süden und andererseits präsentieren wir immer durch Filmgespräche Filme, abseits des Mainstream. Themen sind dabei z.B. Klimawandel, Rassismus oder Migration. Unser Ziel: die Menschen inspirieren. Es sind beliebte Watch Parties!
Impressionen von einem Dreh in Paris:










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