Verbindung zu den Zielen der Nachhaltigkeit
Wie im ersten und zweiten Beitrag über Friday schon berichtet, geht es bei dem Projekt viel um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Die hier beschriebene Unterrichtseinheit greift mehrere UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) auf, insbesondere:
- Ziel 4 – Hochwertige Bildung: Förderung interkultureller und sprachlicher Kompetenzen
- Ziel 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden: Auseinandersetzung mit Mobilität, öffentlichem Nahverkehr und Stadtgestaltung
- Ziel 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Begegnung mit kultureller Vielfalt und Förderung von Toleranz
- Ziel 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: Aufbau grenzüberschreitender Kooperationen und Perspektiven
Im Kern geht es also um Bildung für nachhaltige Entwicklung: Kinder lernen, sich in anderen Lebenswelten zu orientieren, Unterschiede zu respektieren und Grenzen als Verbindungen zu begreifen.
Ein Unterrichtsprojekt zwischen Alltag und Abenteuer
Die Reihe ist so aufgebaut, dass die Lernenden sich Schritt für Schritt in die Stadt hineinarbeiten. Zuerst geht es um den „Wortschatz zur Stadt („la ville“)“, den wir ritualisiert wiederholen – kleine Routinen, die Sicherheit geben und gleichzeitig Neugier wecken. Danach folgt ein Quiz zur Stadt, das Wissen über Sehenswürdigkeiten, Besonderheiten und Alltagskultur abfragt.
Parallel erarbeiten dieLernenden in Gruppen Plakate zur Anreise: Welche Strecke nehmen wir? Wo fährt die Saarbahn? Was kostet ein Ticket? So entsteht ein ganzheitliches Bild von der Nähe und Erreichbarkeit unseres Nachbarlands.
Im nächsten Schritt üben wir einen Einkaufsdialog in der Bäckerei – natürlich mit französischem Vokabular rund um Croissants, Baguette und „pain au chocolat“. Hier merkt man: Sprache wird lebendig, wenn sie gebraucht wird.
Lernen durch Entdecken – vor Ort in Sarreguemines
Der Höhepunkt der Reihe ist die Fahrt nach Sarreguemines. Wir fahren mit der Saarbahn über die Grenze – eine alltägliche Geste, die für viele ein kleines Abenteuer ist. In der Stadt bearbeiten die Gruppen eine Stadtrallye, machen Fotos, stellen Fragen und erleben französischen Alltag: die zweisprachigen Schilder, den Wochenmarkt, die Straßencafés, das Miteinander der Menschen.
Wieder zu Hause werten wir die Fotos aus und gestalten daraus Reiseberichte oder digitale Präsentationen. Manche Gruppen arbeiten sogar mit kleinen Videoclips. Der Rückblick auf die gemeinsame Fahrt schärft den Blick dafür, dass Lernen mehr ist als Grammatik und Vokabeln – es ist auch Wahrnehmung, Begegnung und Reflexion.
Zwischen Döner, Handy und Horizonterweiterung
Wer ehrlich ist, weiß: Das Interesse der Kinder liegt nicht automatisch bei Architektur oder Sprachpolitik. Viele sind auf sich selbst fokussiert. Sie fragen, wann sie endlich ihr Handy zücken dürfen oder wo sie etwas zu essen bekommen.
Aber genau darin liegt die Chance: Das Projekt schafft Räume, in denen das Eigene und das Fremde aufeinandertreffen. Das Essen, das Spiel, das Entdecken – all das wird Teil eines Lernprozesses, der an der Lebenswelt der Kinder anknüpft und sie langsam öffnet für das, was jenseits ihres Alltags liegt.
Didaktisch-methodischer Überblick
Thema: „Wir lernen eine französische Stadt kennen – Sarreguemines entdecken“
Zielgruppe: Französischlernende der Klassenstufe 6
Kompetenzen: Sprachkompetenz (Wortfeld „la ville“, Einkaufsdialog), interkulturelle Kompetenz, Medienkompetenz
Methoden: Ritualisierter Wortschatz, Quiz, Gruppenarbeit, Stadtrallye, digitale Nachbereitung
Materialien: Quizkarten, Stadtplan, Plakatmaterial, Fotos, evtl. Filmsoftware
Bezug zu BNE / SDGs: 5–6 Doppelstunden + 1 Exkursionstag


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