Tous ensemble-Blog
Französisch unterrichten mit Tous ensemble

Portable, smartphone, tablette: les jeunes et les écrans (mit Arbeitsblatt)

Besonders in der Pandemie haben Schüler:innen so viel Zeit wie nie am Bildschirm verbracht. Aber was ist eigentlich viel? Und warum die Bildschirme nicht mal zum Thema machen und produktiv im Fremdsprachenunterricht nutzen?

Auf der Suche nach interessanten Unterrichtsthemen hatte ich im Internet das Video « Pourquoi passe-t-on de plus en plus de temps sur les écrans ? » (externer Link)  angeschaut . Und da man eher selten im Französischunterricht eine gute Gelegenheit hat, an die Lebenswelt der Schüler:innen anzuknüpfen, wollte ich dieses Thema aufgreifen. Während andere Fächer den Druck der Zentralen Prüfungen haben, konnte ich so im WP-Kurs Französisch der Klasse 10 das Unterrichtsvorhaben in 10 Unterrichtsstunden umsetzen.

Der Einstieg ergab sich aus zwei einfachen Fragen: « Pour quelles activités utilises-tu ton portable ? » und « Combien de temps passes-tu sur le portable ? », wobei die Ergebnisse der ersten Frag in einem champ lexical an der Tafel festgehalten wurden. Die Liste der Aktivitäten war tatsächlich sehr lang und das Staunen groß als so manche_r les chiffres et les pourcentages der Statistik des Smartphones wiedergab: viele verschiedene Apps und mehr als acht Stunden waren keine Seltenheit. Die Schüler:innen tauschten sich unter Zuhilfenahme des champ lexical und der Redemittel der stratégies 21 aus dem Schulbuch aus. Am Ende des lebhaften Wortwechsels gab es viele Rückmeldungen, aber keine Antwort auf die Frage, warum Jugendliche immer mehr Zeit am Handy verbrachten. So stellten die Schüler:innen als Hausaufgabe Fragen zum Thema rund um die Bildschirmnutzung zusammen, wobei sie auf G35 des Schulbuches zurückgreifen konnten. Die Fragen wurden anschließend im Plenum gesammelt und mithilfe des Onlineumfragetools Edkimo (externer Link) für andere Französischkurse verfügbar gemacht.

« Moi sans portable ?! Jamais ! »

Nach Blick auf die Ergebnisse der Befragung waren wir uns einig: Das ist ganz schön viel Zeit. Schon kommentierte die erste Schülerin: „Das ist ja gefährlich, wenn man so viel Handy suchtet.“ Der komplette Kurs lachte und nickte, wenngleich sich natürlich niemand als abhängig bezeichnete. In einer Zeitschrift für Jugendliche hatte ich den Artikel Témoignage : Ils l’ont fait – ils ont passé la journée sans portable (externer Link) gefunden. In einem Jigsaw tauschten sich die Schüler:innen darüber aus – und die Herausforderung wurde nach Sammlung der points positifs et points négatifs an der Tafel, zumindest von einigen, angenommen.

Bildschirm, Laptop, Smartphone, Tablets

« Accro aux écrans ? » lautete die Frage zu Beginn der nächsten Stunde. Nachdem die Schüler:innen ein dreiminütiges Video (externer Link) angesehen und erarbeitet hatten, das nicht nur die Abhängigkeit vieler Menschen, sondern auch die Verrohung der Reaktionen und das Desinteresse an der realen Welt zeigt, sollten sie sich die Frage selbst beantworten. Wenngleich das Video ein sehr negatives Bild zeichnete, so einigte man sich auf: « Il y a des avantages et des inconvénients. » « C’est l’avenir ! »

Dass die Vorteile aber doch überwiegen, war bald Konsens des Kurses. « Pour la vie privée et la vie professionnelle ! » Die Arbeit mit Handy, Smartphone, Tablet sollte noch häufiger in der Schule angeregt werden – wer liest denn außerhalb der Schule noch ein Buch, fragten die Schüler:innen amüsiert. Trotz der hohen Nutzung der Bildschirme, aber gerade weil hier anscheinend Kompetenzen schlummerten, entschloss ich mich, den Kurs selbst kleine Videos mithilfe eines Onlinetools erstellen zu lassen. Um die Schüler:innen auf das vorzubereiten, was anschließend kommen sollte, erstellte ich ein Video (externer Link) mithilfe des Tools MySimpleShow. Die Jugendlichen waren motiviert, als sie erfuhren, dass sie selbst ein kleines Video erstellen sollten. Zur Unterstützung erstellte ich ein kleines Tutorial, damit die Schüler:innen möglichst selbstständig mit dem Tool arbeiten konnten.

Thematisch blieb es bei einer kritischen Auseinandersetzung mit Titeln wie Le portable rend fou und Travailler – pas tapoter !. Die Partnerarbeit lief traditionell ab – bis auf eine Kleinigkeit: wenngleich die Videos auf Französisch besprochen worden waren, erhielten sie deutsche Untertitel, so dass sie auf der Webseite der Schule gezeigt werden konnten. Und somit ein größeres Publikum fanden als Plakate im Kursraum oder Treppenhaus es wohl je vermocht hätten.

Das Feedback war für die Schüler:innen sehr motivierend. Und obgleich die Bildschirmnutzung der Jugendlichen im privaten Bereich für meinen persönlichen Geschmack doch das gesunde Maß übersteigt, lag die Motivation der Schüler:innen wohl genau darin: das, was außerhalb von Schule schon Alltag ist, eben auch mal zum Alltag in der Schule zu machen, sogar im Fremdsprachenunterricht!

Kathrin Julien ist Realschullehrerin für die Fächer Französisch, Englisch und Geschichte und interessiert sich besonders für digitale Themen.

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