In großer Beraterrunde haben wir viele Wünsche an das neue Tous ensemble formuliert. Zentrale Fragen waren: Wie soll ein modernes und zeitgerechtes Französischlehrwerk aussehen? Wie hat sich die Zielgruppe der Lernenden in der Zwischenzeit verändert? Warum wählen Schüler:innen heute Französisch und wie kann es weiterhin als Wahlfach attraktiv bleiben? Wie haben sich die Rahmenbedingungen zwischenzeitlich verändert und welche neuen Möglichkeiten und Erfordernisse ergeben sich dadurch?
Im folgenden Beitrag möchte ich Ihnen aus Berater- und Lehrerinnensicht meine ganz persönlichen Eindrücke beim Blick in die ersten beiden Probelektionen vermitteln und Sie mit auf die Reise nehmen ins neue Tous ensemble.
Mein erster Eindruck
Beim ersten Durchblättern fühle ich mich gleich „zuhause“: Die Farbgebung mit den dominierenden Gelb-Orange-Rot-Tönen passt einfach zu Tous ensemble und wirkt frisch und aktivierend.
Besonders schön finde ich die vielen Fotos im neuen Buch, die jugendgerecht und modern wirken und ein authentisches Frankreichbild vermitteln. Durchweg sind die Schulbuchseiten abwechslungsreich und aufgelockert gestaltet.
Haben Sie schon die schönen Mon Mag-Seiten im Zeitschriftenstil entdeckt? Sie enthalten spielerische Rätsel; hier werden aber gleichzeitig auch neue Strukturen oder neues Vokabular eingeführt und im anschließenden Übungsteil eingeübt.
Auf den Übungsseiten geben die roten Aufgabenüberschriften Halt und Orientierung, sodass die Seiten übersichtlich gestaltet sind.
Im Layout fällt mir immer wieder dieser rote Faden auf, der schon auf dem Titelbild zu finden ist. Was hat es damit wohl auf sich?
Der rote Faden
Bei genauerem Hinsehen merke ich, dass diese rote Pünktchenlinie viel mehr ist als reine Deko. Sie steht für den roten Faden, der sich tatsächlich durch das Lehrwerk zieht; für eine Prozessorientierung, die den Lernenden Ziel- und Ablauftransparenz für den Lernprozess vermittelt und die Sinnhaftigkeit der einzelnen Lernschritte auf dem Weg zum Ziel (dem nächsten komplexen eigenen Sprachprodukt, das in der Tâche erarbeitet wird) verdeutlicht.
Insbesondere auf den Parcours-Seiten wird dieser Lernprozess transparent gemacht. Auch die zunehmend gefüllten Punkte in den orangenen Sprechblasen verdeutlichen den Lernenden das erreichte Etappenziel auf dem Weg zur Tâche.

Und auch in sich sind die einzelnen Étapes prozessorientiert angelegt. Am Anfang steht jeweils ein sprachlicher Input, der oft als Film oder Hördokument präsentiert wird und nach ein paar gezielten Beobachtungs- bzw. Analyseaufgaben zum Output (einem kleinen Sprachprodukt der Lernenden) führt. Die didaktischen Prinzipien der Bewusstmachung und Habitualisierung stehen dabei deutlich im Mittelpunkt und ich habe den Eindruck, dass meine Schüler:innen das gut hinbekommen und Spaß an ihren zügigen Fortschritten haben werden.
Die Tâches
Bei der Arbeit mit dem jetzigen Tous ensemble habe ich die Tâches ehrlicherweise oft übersprungen: keine Zeit; die nächste Klassenarbeit steht an; weiter im „Stoff“… Kennen Sie das auch?
In diesen ersten zwei Problelektionen des neuen Tous ensemble entwickeln sich die Tâches nun aber – wie oben beschrieben – wirklich organisch aus den vorherigen Étapes und die dabei entstehenden sprachlichen Produkte sind meiner Ansicht nach motivierend, attraktiv und machbar für die Lernenden. Ich nehme mir vor, in Zukunft immer schon nach den Parcours-Seiten mit meinen Schüler:innen einen Blick in die Tâche zu werfen und denke, dass dadurch ein ordentlicher Schub Lernmotivation entstehen wird.
Schön, wenn die Lernenden aus zwei Tâches wählen können wie in Lektion 2. Meine Schüler:innen lieben es, die Wahl zu haben! Endlich mal eine Differenzierung nach Neigung, nicht nach Leistung.
Die Tâche-Variante in Lektion 2 beinhaltet die Idee eine kleine Präsentation digital aufzunehmen. So erfülle ich gleich auch noch die Forderungen des Medienkompetenzrahmens. Merci!
Immer schön flexibel bleiben!
Keine Lerngruppe ist wie die andere. Jeder lernt anders. Mal ist wenig Zeit bis zur nächsten Klassenarbeit, ein anderes Mal streckt man. Oder man braucht ganz schnell Material für eine Vertretungsstunde. Und manchmal kommt alles GANZ anders, als man denkt! (Sie wissen schon… ) Ich persönlich habe noch kein Patentrezept für meinen Französischunterricht gefunden und mache es „immer wieder anders“ oder positiv ausgedrückt: Ich gehe immer wieder flexibel auf viele Faktoren ein, die täglich meinen Unterricht beeinflussen. Ich denke, dass nahezu alle Lehrer:innen das tun. Es ist eine Selbstverständlichkeit für uns. Schön, wenn das Lehrwerk uns bei dieser Herausforderung unterstützt.
Als Lehrerin finde ich persönlich es ausgesprochen gut, dass die sprachlichen Strukturen nun auf eigenen Seiten am Ende der Lektion kognitiviert werden und Übungsmaterial dazu bereitgestellt wird. So kann ich sie flexibel da einsetzen, wo ich sie in der Lektion brauche.
Der Différenciation-Teil im Anhang bietet mir an vielen Stellen die Möglichkeit, flexibel auf die Bedürfnisse von Lerngruppen oder einzelnen Schüler:innen einzugehen; ebenso das im Buch angelegte Verweissystem zu den Grammaire– und Stratégie-Teilen hinten im Buch und zum Cahier. Damit kann ich als Lehrerin im Unterricht eigene Schwerpunkte setzen und Übungsphasen, Methodentraining oder Vertiefungen dort einbauen, wo meine Schüler:innen es brauchen.
Flexible Einsatzmöglichkeiten bieten auch die En scène- und Module-Teile, die ich je nach Zeitplan, Gelegenheit und Lerngruppe intensiv in meinen Unterricht einbauen oder – bei Zeitnot – zur Not auch überspringen kann. Gleiches gilt auch für die DELF-Seiten. Durch meine schon langjährige Erfahrung als Lehrerin verstehe ich immer mehr den Angebotscharakter von Lehrwerken und gehe zunehmend freier und selbstbewusster damit um.
Tous ensemble – mehr als ein Buch
Ist die Arbeit mit einem klassischen Buch überhaupt noch zeitgemäß? Sind nicht die Lern- und Mediennutzungsgewohnheiten der Lernenden inzwischen so verändert, dass ein Schulbuch per se total „oldschool“ ist? Und welche Chancen ergeben sich aus der Coronakrise, die in vielen Fällen auch zu einer besseren digitalen Ausstattung der Schulen und manchmal auch zu einem eigenständigeren und „digitaleren“ Lernverhalten der Schülerinnen und Schüler geführt hat?
Ich war total gespannt auf die Antworten, die das neue Tous ensemble zu diesen Fragen findet!
Da sind zum einen die Filmsequenzen im Youtube-Stil, in denen die (in Bezug auf die Lernenden) deutlich älteren Protagonisten Ben und Elisa uns alle – Lehrende und Lernende – mitnehmen und uns ihr Paris zeigen. Wow! Echt cool! Das ist mal deutlich mehr, als ein Buch alleine leisten kann!

Die zahlreichen Filme im neuen Tous ensemble, in denen auch die Jugendclique des Lehrwerks immer wieder zu sehen ist, werden mit Sicherheit für Spaß und Auflockerung im Unterricht sorgen! Gleichzeitig ist sprachlicher Input in seiner authentischsten Form garantiert und landeskundliche Infos werden „en passant“ gleich mit vermittelt. Bref: On est dans le bain linguistique. Paris vient dans la salle de classe!
Diese Filme als „Herzstück“ von Tous ensemble Neu sind eine echte Innovation und Weiterentwicklung im Vergleich zur jetzigen Lehrwerksgeneration und ich denke, sie werden mit ihrer Lebendigkeit und Mehrdimensionalität das Lernen enorm bereichern und viel Action in die Klassenzimmer bringen.
Eine weitere Innovation werden die zum Lehrwerk gehörenden interaktiven Übungen werden, auf die wir gespannt sein können.
Fazit
Aus der Perspektive der Lernenden wirkt das neue Tous ensemble jugendgerecht und das Fach Französisch „kommt cool rüber“ (finde ich zumindest 😊). Tous ensemble Neu ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und medial voll auf der Höhe der Zeit konzipiert! Ich denke Schüler:innen müssten gut, gerne und leicht damit lernen können und Spaß an ihren zügigen Fortschritten und am Fach Französisch entwickeln können.
Aus der Lehrer:innenperspektive wirkt das neue Tous ensemble auf mich persönlich ausgesprochen komfortabel, da der Weg klar vorgegeben ist. Auf den ersten Blick ist klar „wo es lang geht und wo es hinführt“. Langwierige Lektüre im Lehrerhandbuch oder aufwendige Unterrichtsvorbereitung sind nicht nötig, denn das Lehrwerk ist selbsterklärend, bis ins Detail gut durchdacht und bietet alles, was ich brauche. Andererseits habe ich als Lehrkraft aber an vielen Stellen auch flexible Möglichkeiten, die es mir erlauben, meinen Unterricht individuell zu gestalten und zu differenzieren.
Wie finden Sie die ersten beiden Probelektionen? Was fällt Ihnen persönlich ins Auge? Wozu haben Sie Fragen? Die Tous ensemble Redaktion freut sich auf Ihre Rückmeldungen!








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